Monday, 14 September 2020 12:10

INKARNATION

Rate this item
(0 votes)

eingestanzt
in den stählernen plan der nachtberge
sind die stigmen der sterne
eingestanzt
mit den blaugebrannten hörnen der vogelstiere
die gemeinsam den mond ausschreien
ich abe vernehme kein licht
noch die schatten der flüsse
wo sie ihr fischbelaichtes haar
über die angstgärten ausbreiten
und wenn ich bete
aud hölzernen stufen der erinnerung
drängen sich alle gottheiten
aus langen skorpionigen prozdssionen
in den hof meiner offenen hände
doch gebete rinnen abwärts
in den furchen des lichtes steinzeitiger ebbe
und ich wende mich und schaue befreiter hinweg
über den bisonbeladenen horizont
und über das wolkengestüt der dämmerung
hieltest du noch
im frühreifen licht
einmal den kopf in den händen
und fühltest dein schwangeres haar
über die wälle der finger sich stürzen
und suchtest dich
im gelächter vogelgespaltener tage
ja
damals
und gestern
warst du noch pfauradschlagend
aber morgen schon
wird dich die salzige flut der walposaunen verwehn
die strähnigen augen darf ich nun auftun
in milchigem flüstern
und darf schauen
so wie der knabe die meerroten sonnen geschaut hat die nicht versanken
am verführten himmel
und ehe die mutter mir namen vergab
fallen
mit endlosem schnee ohne widerhall
meine hände tauen schon
in den herzkammern der erde
und ich weiss
dass der heiland kein abfluss ist
für blindgeborene schreie
weil seine flügelgepeitschten hände
ohen adlerlied
angenagelt sind
an den rand meiner adern
es war ein sturm
geballt
in den glocken der sterndome
ein ungebändigtes blaues wisent
brüllend in den kometen
der endlos gewölbten sonnengeflechts
seine windungen
sprengten die gezeiten des meeres
und weckten den blutlaich
zu klebrigem aufruhr
es war ein sturm
ins lächeln der windsbraut verbannt
seine augen
waren der regen
aber in seinen hagelhänden
hielt er die berge
zu drohendem wurf erhoben
es war ein sturm
geballt
in den glocken der sterndome
als ich nun abschiedsgewohnt
die schalen der lilien aufbrach
dand ich frauen
schlafend
um das rosenmark der atome
leicht umkrustet
mit schillerndem stundenblut
sie versanken hinab
in die steilschweren schluchten der seelenberge
wo die väter immer noch
nachtgierige hängende äcker bebauen
mit den falkenpflügen der sehnsucht
doch die väter bewahren den inneren tod
in wurzelverschlossenen truhen
der mammuthgehöfte ihrer sintflut
und die frauen
verschlafen zu oft
den aufprall des weckenden totenkopfschwärmers
in zeiten gestauter geheimnisse
an die brusttüren ihrer herzen
wenn alles wartet
andersartig zu lieben
sich zu pressen an milchiges aufblühen
erwachen sie vom schrei der möven
im sturem ihrer hände
aber die aussaat meines leibes
ist noch jünger als der befruchtete schlaf
in den brutstätten des jubels
die herzschläge der mütter wehen hinein
mitten durch porzellanene scham
dringen sie in die vorhöfe meiner geburt
und die väter auf nilschwarzen rossen
zertrampeln ihre liedbestreuten wege
wenn auch die stunden fallen
mit den blättern des ahorns
singen die frauen ihr lied
von goldhungrigen habichten
die im geäder der nacht
nisten vor sonnenaufgang
und der blutsturm naht
heller als eisengsang
tiefer als hungrige ströme
und ich erwach im keimenden korn
im gebrüt der silbernen reiher
wo die schattiggetränkten boten des wolfgotts
spiralig verankert kauern
bereit für den auftrieb
und ich sehe das wellige dröhnen der väter
und höre das hocken der mütter
noch bin ich entzweit in den aorten des begehrens
doch dann sprengen sie hervor
die donnerkeiligen nereiden
die sirenen aus muschelwut
aus den meeren meiner keuschheit
walrossgebirgige flächen öffnen sich
wie die handgelenke von ninive
blühender gischt
regnet netze aufs vorgebirge des herzens
spinnengewohnt kriechen die robben ans ufer
ahnend die letzten auftürmungen aus berührung
brechend oder versunken
in schlammiger gruft
zehnäugiger aale
glitten sie alle pathmosberauscht
ins gehör nashornnerviger schweigen
fallend verendet die brangung
im weichen sinter
rund um den geysir der sybillen
hügelig klingt das hohle flüstern
des befruchteten weizens talab
und hinauf in verschleierten brautvogelzug
jezt ist es zeit
da ich
gespannt wie der bogen arjunas
hervortreten will
aus dem fischwald des wattmeers meiner ängste
und oben trage ich lerchenbesungene fahnen
im kronenhaar michaels
und im herzen des lichets
im schooss des frühlings
den küstenverwobenen mondbräutigam
gebettet in muldige sagen
gesungen aus blutgold
engepflanzt in drängende gärten
liege ich ruhig
und erwarte im siebten gestirn
die fliehenden nebelhornkühe
fliehend ins mark meiner nächte
saftige sterne
gleiten in schwärmen
durch die gewitter meiner gärung
blitze versüsster säuren
und schäumige donner verstummen
im flügelschlag meiner rosigen lungen
wie ich flachgekrümmt liege
kiemenlächelnd
voll drang nach auftrieb
bläschengeschmückt
verführerische chimären
tragen die heimlich von mir erfüllte mutter im maul
über vergessenes
versunkenes brautbett
voll vaterschlaf
und nun lös ich mich leicht
aus der legierung ihrer seele
und fliesse mir zu
in gefährlichem duft
nahverwandter pollen
salz aus odysseusaugen
extrakte aus minosgewächs und centauren
tropfen silenengelächters mengt sich mir bei
und trommelt und singt mch
in den ganglien meines wachstums
zwischen büschden sich teilender zellengewächse
tastet sich eine menade
voll von gelübden der mütter
in meine lichtung
stickend nimmt sie die spindel
und tanzend spinnt sie den faden ins herz mir
und um die noch offenen äpfel der augen
den bindenden faden aus lust
die in den müttern aufkeimt
eine antwort aus lächeln
aber die eulenumsäumten lockrufe
und die versagenden dohlen
nisten sich ein in meinen unreifen nestern
als delphin meiner gebogenen pulse
stürz ich mich dann noch mutterbetäubt
ins ungeahnte flussbett opalener frühlinge
in die verdunkelte symphonie des fleisches gelockt
und so tragen mich kristalline geschlechter
in einer schimmernden lösung getrarnt
längst berühren die wipfel des lustbaums
den hängenden himmel der adern
längst liegt abel erdrosselt
im netz meiner iris
längst sind die angelschnüre gelegt
in den geschlechtsteil des denkens
hochaufschlagend lachen die tauben
im dickicht der zunge
es war ein sturm
geballt in den glocken der sterndome
dass die väter nicht
auf den nilschwarzen rossen
sie wüssten
die legenden glühender strassen
in die kanüle der verheimlichten räume des bluts
aber bevor die mütter wie krähen
nebel ausbrüteten
und verbergende mythen
ehe sie noch in dumpfdichten klagen
schützend die söhne verbargen
in dem weichen
närenden tümpel ihrer heiligen brunnen
vor dem zudrang
der reissenden botnen des wolfgotts
wussten die väter
den zugang

Read 6 times

Copyright © 2012 -
eyeandearhotspot.com, All Rights Reserved


Designed and Powered by ENANA.COM