INKARNATION

eingestanzt

in den stählernen plan der nachtberge

sind die stigmen der sterne

eingestanzt

mit den blaugebrannten hörnen der vogelstiere

die gemeinsam den mond ausschreien

ich abe vernehme kein licht

noch die schatten der flüsse

wo sie ihr fischbelaichtes haar

über die angstgärten ausbreiten

und wenn ich bete

aud hölzernen stufen der erinnerung

drängen sich alle gottheiten

aus langen skorpionigen prozdssionen

in den hof meiner offenen hände

doch gebete rinnen abwärts

in den furchen des lichtes steinzeitiger ebbe

und ich wende mich und schaue befreiter hinweg

über den bisonbeladenen horizont

und über das wolkengestüt der dämmerung

hieltest du noch

im frühreifen licht

einmal den kopf in den händen

und fühltest dein schwangeres haar

über die wälle der finger sich stürzen

und suchtest dich

im gelächter vogelgespaltener tage

ja

damals

und gestern

warst du noch pfauradschlagend

aber morgen schon

wird dich die salzige flut der walposaunen verwehn

die strähnigen augen darf ich nun auftun

in milchigem flüstern

und darf schauen

so wie der knabe die meerroten sonnen geschaut hat die nicht versanken

am verführten himmel

und ehe die mutter mir namen vergab

fallen

mit endlosem schnee ohne widerhall

meine hände tauen schon

in den herzkammern der erde

und ich weiss

dass der heiland kein abfluss ist

für blindgeborene schreie

weil seine flügelgepeitschten hände

ohen adlerlied

angenagelt sind

an den rand meiner adern

es war ein sturm

geballt

in den glocken der sterndome

ein ungebändigtes blaues wisent

brüllend in den kometen

der endlos gewölbten sonnengeflechts

seine windungen

sprengten die gezeiten des meeres

und weckten den blutlaich

zu klebrigem aufruhr

es war ein sturm

ins lächeln der windsbraut verbannt

seine augen

waren der regen

aber in seinen hagelhänden

hielt er die berge

zu drohendem wurf erhoben

es war ein sturm

geballt

in den glocken der sterndome

als ich nun abschiedsgewohnt

die schalen der lilien aufbrach

dand ich frauen

schlafend

um das rosenmark der atome

leicht umkrustet

mit schillerndem stundenblut

sie versanken hinab

in die steilschweren schluchten der seelenberge

wo die väter immer noch

nachtgierige hängende äcker bebauen

mit den falkenpflügen der sehnsucht

doch die väter bewahren den inneren tod

in wurzelverschlossenen truhen

der mammuthgehöfte ihrer sintflut

und die frauen

verschlafen zu oft

den aufprall des weckenden totenkopfschwärmers

in zeiten gestauter geheimnisse

an die brusttüren ihrer herzen

wenn alles wartet

andersartig zu lieben

sich zu pressen an milchiges aufblühen

erwachen sie vom schrei der möven

im sturem ihrer hände

aber die aussaat meines leibes

ist noch jünger als der befruchtete schlaf

in den brutstätten des jubels

die herzschläge der mütter wehen hinein

mitten durch porzellanene scham

dringen sie in die vorhöfe meiner geburt

und die väter auf nilschwarzen rossen

zertrampeln ihre liedbestreuten wege

wenn auch die stunden fallen

mit den blättern des ahorns

singen die frauen ihr lied

von goldhungrigen habichten

die im geäder der nacht

nisten vor sonnenaufgang

und der blutsturm naht

heller als eisengsang

tiefer als hungrige ströme

und ich erwach im keimenden korn

im gebrüt der silbernen reiher

wo die schattiggetränkten boten des wolfgotts

spiralig verankert kauern

bereit für den auftrieb

und ich sehe das wellige dröhnen der väter

und höre das hocken der mütter

noch bin ich entzweit in den aorten des begehrens

doch dann sprengen sie hervor

die donnerkeiligen nereiden

die sirenen aus muschelwut

aus den meeren meiner keuschheit

walrossgebirgige flächen öffnen sich

wie die handgelenke von ninive

blühender gischt

regnet netze aufs vorgebirge des herzens

spinnengewohnt kriechen die robben ans ufer

ahnend die letzten auftürmungen aus berührung

brechend oder versunken

in schlammiger gruft

zehnäugiger aale

glitten sie alle pathmosberauscht

ins gehör nashornnerviger schweigen

fallend verendet die brangung

im weichen sinter

rund um den geysir der sybillen

hügelig klingt das hohle flüstern

des befruchteten weizens talab

und hinauf in verschleierten brautvogelzug

jezt ist es zeit

da ich

gespannt wie der bogen arjunas

hervortreten will

aus dem fischwald des wattmeers meiner ängste

und oben trage ich lerchenbesungene fahnen

im kronenhaar michaels

und im herzen des lichets

im schooss des frühlings

den küstenverwobenen mondbräutigam

gebettet in muldige sagen

gesungen aus blutgold

engepflanzt in drängende gärten

liege ich ruhig

und erwarte im siebten gestirn

die fliehenden nebelhornkühe

fliehend ins mark meiner nächte

saftige sterne

gleiten in schwärmen

durch die gewitter meiner gärung

blitze versüsster säuren

und schäumige donner verstummen

im flügelschlag meiner rosigen lungen

wie ich flachgekrümmt liege

kiemenlächelnd

voll drang nach auftrieb

bläschengeschmückt

verführerische chimären

tragen die heimlich von mir erfüllte mutter im maul

über vergessenes

versunkenes brautbett

voll vaterschlaf

und nun lös ich mich leicht

aus der legierung ihrer seele

und fliesse mir zu

in gefährlichem duft

nahverwandter pollen

salz aus odysseusaugen

extrakte aus minosgewächs und centauren

tropfen silenengelächters mengt sich mir bei

und trommelt und singt mch

in den ganglien meines wachstums

zwischen büschden sich teilender zellengewächse

tastet sich eine menade

voll von gelübden der mütter

in meine lichtung

stickend nimmt sie die spindel

und tanzend spinnt sie den faden ins herz mir

und um die noch offenen äpfel der augen

den bindenden faden aus lust

die in den müttern aufkeimt

eine antwort aus lächeln

aber die eulenumsäumten lockrufe

und die versagenden dohlen

nisten sich ein in meinen unreifen nestern

als delphin meiner gebogenen pulse

stürz ich mich dann noch mutterbetäubt

ins ungeahnte flussbett opalener frühlinge

in die verdunkelte symphonie des fleisches gelockt

und so tragen mich  kristalline geschlechter

in einer schimmernden lösung getrarnt

längst berühren die wipfel des lustbaums

den hängenden himmel der adern

längst liegt abel erdrosselt

im netz meiner iris

längst sind die angelschnüre gelegt

in den geschlechtsteil des denkens

hochaufschlagend lachen die tauben

im dickicht der zunge

es war ein sturm

geballt in den glocken der sterndome

dass die väter nicht

auf den nilschwarzen rossen

sie wüssten

die legenden glühender strassen

in die kanüle der verheimlichten räume des bluts

aber bevor die mütter wie krähen

nebel ausbrüteten

und verbergende mythen

ehe sie noch in dumpfdichten klagen

schützend die söhne verbargen

in dem weichen

närenden tümpel ihrer heiligen brunnen

vor dem zudrang

der reissenden botnen des wolfgotts

wussten die väter

den zugang